Ewig Dein… vom Lieben, Flirten und Zusammensein

“Ewig Dein” (forever yours) is an exhibition at the museum of history at Lucerne, Switzerland (opening autumn 2012). It looks at various aspects of flirting and finding love. We took the theme of the exhibition as topic for a six week student project on transmedia storytelling with students from various BAs at the Department of Design & Art at The Lucerne University of Applied Sciences and Arts. One of the results is this newspaper, that we printed via the newspaperclub.

Grafikdesign in Zeiten von Facebook: Kommunikationsdesign und das Web 2.0

Einleitung (vollständiger Text s.u.)

Dieser Artikel ist erschienen 2010 in NEUMANN-BRAUN, K. & AUTENRIETH, U. (Hrsg.) Freundschaft und Gemeinschaft im Social Web. Baden-Baden: Nomos.

Grafik- oder Kommunikationsdesign zählt zu den angewandten Künsten, womit auch sogleich das Spannungsfeld benannt wäre, in dem sich diese Profession bewegt: zwischen kreativer Freiheit und schnöder Orientierung an Anwendung und Nutzen. Und tatsächlich schien gegen Ende des 20 Jahrhunderts die Grenze zwischen Grafikdesign und Kunst sehr durchlässig. Einige Vertreter des Metiers wurden zu Stars jenseits der Grenzen ihres Berufstands und unterstrichen damit die Bedeutung ihresgleichen als Kommunikatoren in einer hochkomplexen Konsumgesellschaft.

Doch innerhalb einer Dekade hat sich das Umfeld radikal verändert. Das Web und vor allem das Web 2.0 hat den klassischen Kommunikationsmedien den Rang abgelaufen. Parallel dazu entfernt sich visuelles Design zunehmend vom spektakulären Entwurf, welcher Inhalte visuell übersetzt oder gar interpretiert. Jacob Nielsens Vision vom Tod des Webdesigns (2000) scheint sich zu bewahrheiten und auch jenseits des Webs ist die Relevanz des Grafikdesigns nicht mehr die Gleiche. Somit stellt sich letztendlich die Frage nach der Daseinsberechtigung des Designers in einem Umfeld in dem Leser nicht nur zu Autoren, sondern auch zu Layoutern, Gestaltern, Fotografen und Filmemachern werden. Wird das visuelle Design in diesem Kontext zunehmend bedeutungslos oder gibt es gar ein Design des Nicht-Designs welches sich den Rahmenbedingungen und Strukturen zuwendet, statt den Inhalten? Wird das Feld den Laien überlassen oder kommt es zu einer weiteren Hyperprofessionalisierung von Design-Nischen?

Über den Einfluss der Digitalisierung auf das Kommunikationsdesign und das Selbstbild des Grafikdesigners ist in den letzten Jahrzehnten viel geschrieben worden. Dass die totale Vernetzung womöglich eine noch viel grössere Zäsur darstellt wurde bisher kaum thematisiert. Design in Netzwerken wurde als ein spezifisches Problem des Webdesigns wahrgenommen. Im Folgenden wird jedoch aufgezeigt werden, dass das Netz zu einer grundsätzlichen Umdeutung der Aufgaben des visuellen Designers über alle Medien hinweg auffordert.

Grafikdesign zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Das Ende einer transdisziplinären Utopie?

Einleitung (vollständiger Text s.u.)

Dieser Artikel ist erschienen 2010 in BACHMANN, U. & NIGG, M.-L. (Hrsg.) Tangente: inter- und transdisziplinäre Praxis in Kunst und Design. Luzern: Hochschule Luzern – Design & Kunst.

In diesem Text geht es um die Bedeutung des Grafikdesign als Mittel der visuellen Kommunikation und sein Verhältnis zu anderen Disziplinen und Professionen. Im Kontext einer Veröffentlichung zum Thema Trans- und Interdisziplinarität wäre dazu eigentlich eine eingehende Begriffsklärung notwendig, die jedoch im Rahmen eines solchen kurzen Textes nicht wirklich geleistet werden kann. Hierzu eine kurze Anekdote:

Vor kurzem führte ich ein Gespräch mit einer Dame vom Schweizer Nationalfond (SNF) und fragte sie nach Förderungsmöglichkeiten für transdisziplinäre Forschung. Sie schaute mich irritiert an und fragte, ob ich mich etwa auf das Förderungsprogramm für interdisziplinäre Projekte beziehe. Sie betonte ausdrücklich, dass der SNF nicht nur eine Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen erwarte, sondern die Entwicklung disziplinenübergreifender Forschungsmethoden. Die Dame benutzte zwar den Begriff interdisziplinär, also die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen mittels Nutzung der jeweiligen Methodiken, in ihrer Definition bezog sie sich jedoch eindeutig auf Transdisziplinarität, also einen gesamtheitlichen Ansatz, der aus der Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen neue Methodiken entwickelt.

Diese Episode illustriert die grosse terminologische Verwirrung, wenn es um die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen geht. Dazu kommt, dass man im Umfeld angewandter Designberufe, anders als in der Wissenschaft, streng genommen nicht von Disziplinen sprechen kann. Wie Findeli u. a. richtigerweise bemerken, müsste man in diesem Kontext eher von Professionen sprechen. Doch was tun, wenn man Überschneidungen zwischen Design, darstellender Kunst und dem Schreiben behandeln will, wie es in diesem Text zum Teil geschieht? Angewandte Kunst ist zwar keine wissenschaftliche Disziplin, aber ist es deswegen eine Profession? Der folgende Text versucht, diese Klippen so gut als möglich zu umschiffen, ohne eine klare Begriffsdefinition vorauszusetzen. Lediglich der Begriff tranzdisziplinär wird im oben genannten Sinne als ein gesamtheitlicher Ansatz definiert.

Revisiting hypertext or what happened to the iconic turn?

1.0 Introduction (Download full text at the bottom)

“If we consider the vast role the image has played in writing generally (cave paintings, Chinese writing, Egyptian hieroglyphic writing, Mayan glyphs), the codex era can be considered an aberrant period when text and image were temporarily isolated from one another.” (Glazier, 2002, p. 169)

This article was published in 2008 in the proceedings of the Annual Conference of the Design History Society 2008: Networks of Design, 3-6 September 2008 Falmouth.

According to Glazier the end of this aberrant period will come sooner rather than later. New forms of writing interspersed with images and icons will slowly replace the Latin alphabet. This notion is related to the wider concept of the “iconic turn”. The German philosopher and art historian Gottfried Boehm in 1994 (p. 13) suggests this term, describing “the return of images that is taking place on several levels since the 19th century”. Some of the literature discussing similar issues (Gombrich as cited in Bolter, 2001; McLuhan, 1964; Sontag, 1979) additionally argues that this phenomenon interrelates with the appearance of new forms of mass media such as TV, photography and computers. This media shift supposedly has led to a prioritisation of the image as a form of information representation particularly in the 20th century.

This paper will discuss the notion of a development away from symbolic, alphabetic text towards increasingly image-based writing, a concept that I will from now on call the strong iconic turn. Two of the main arguments in favour of such a development are at the core of this paper: First there is the idea, that it is electronic media, which push the text towards the image and secondly, graphic design is seen as responsible for leading the way with regards to a strong iconic turn. In the following these two concepts will be explained in more detail and it will be argued that they are based on misunderstandings about both digital media and graphic design. Furthermore, as a consequence, the whole notion of a strong iconic turn will be put into question.

download full paper here: networks_of_design_Paper_2008_10_06